Aktuelles

02.02.2012

Praxisbeispiele und lebendige Workshops in Flensburg

Bild - Praxisbeispiele und lebendige Workshops in Flensburg
© Holger Bauer / LFV SH

Am vergangenen Samstag fand der Inklusionskongress der Deutschen Jugendfeuerwehr in Zusammenarbeit mit der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr in Flensburg statt. Im „Treffpunkt Mürwik“ setzten Ausrichter,


Expert/innen und Teilnehmer/innen einen wichtigen Schritt nach vorne in dem Projekt


zur Inklusion von behinderten Jugendlichen in die Jugendfeuerwehren. Dieser Kongress war anders, er gestaltete das Projekt greifbar und basisnah. So erzählten Betroffene von ihren eigenen Erfahrungen. Zum Beispiel Marcus Hanl. Er ist stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, trägt rechts eine Handprothese, ist aber sogar in aktiven Feuerwehrdienst kaum eingeschränkt. "Ich habe schließlich für verschiedene Tätigkeiten auch spezielle Prothesen", erzählt er dem erstaunten Publikum.


In der Jugendfeuerwehr Barsbüttel macht ein geistig Behinderter alles mit, was er kann. Er ist 22 Jahre alt und möchte zunächst im Kreis der Jugendfeuerwehr aktiv bleiben. Jan Haverland ist gehörlos, aber aus seiner freiwilligen Feuerwehr nicht mehr wegzudenken. Als technischer Zeichner kümmert er sich vorrangig um die Erstellung von Einsatzplänen. "Meine Kameraden gehen ganz normal mit mir um. Viele kenne ich ja bereits vom Fußball aus der Jugend", sagt Haverland.


Die Beispiele zeigen, dass mit 18 Jahren die Feuerwehrkarriere auch mit einer Behinderung nicht enden muss. "Wir dürfen nicht zu allen Nein sagen, können jedoch leider auch nicht immer ja sagen", betont Landesbrandmeister Detlef Radtke. "Es zählen individuelle Entscheidungen gemäß der jeweiligen Rahmenbedingungen. Es gilt, sich über jeden zu freuen, den wir aufnehmen können." Auch Lutz Kettenbeil, Geschäftsführer der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord, macht den Wehren und Jugendgruppen Mut: "Wir wissen, dass es den Einheitsfeuerwehrmann nicht mehr gibt. Darauf wird auch die Unfallkasse reagieren."                                                                                                     (Text: Christian Patzelt, DJF)


[Gesamtansicht] · [drucken] · [top]