Jahresrückblick der KJF Stormarn

Dienstag, 28. Dezember 2021

Seminar Drehleiter

JGL-Seminar

Besuch im Heide Park

Leistungsspangenabnahme

Als im Februar 2020 der Schwimmwettbewerb der Stormarner Jugendfeuerwehren stattfand, dachte niemand daran, dass dies die letzte kreisweite Präsenzveranstaltung für fast 18 Monate sein sollte. Nach und nach mussten wir Kreiszeltlager, Fußballturniere, Seifenkistenrennen und weitere Events absagen. Zwar war auch das Jahr 2021 zunächst geprägt von Online-Veranstaltungen, mit denen wir Ausbildung und Austausch aufrecht gehalten haben, doch nicht das ganze Jahr sollten wir uns lediglich digital sehen.

In der ersten Jahreshälfte waren Videokonferenzen unser Hauptmedium. Online trafen sich im Februar interessierte Kameradinnen und Kameraden zu einer sechststündigen digitalen Fortbildung, bei der sich über die Grundlagen der Ausbildung und Jugendarbeit in der Jugendfeuerwehr informiert und ausgetauscht wurden. Damit sich die Jugendfeuerwehrwart*innen in der gegenwärtigen Lage besser orientieren können wurde ebenfalls zwei Fortbildungen zur Kommunikation in online Formaten angeboten und gut angenommen.

Im April veranstalteten wir einen virtuellen Fachtag, an dem wir Chancen und Herausforderungen der Krise für die Jugendfeuerwehrarbeit aufarbeiteten. Im Fokus stand die Fragestellung, welche Elemente der „unfreiwilligen“ Veränderungen, die das letzte Jahr mit sich gebracht hatte, wir behalten oder gar weiterentwickeln wollen würde? Als Ergebnis standen am Ende viele spannende Themen im Padlet. So war klar erkennbar, dass nach über einem Jahr der Pandemie mit Distanz und wenig zwischenmenschlichen Interaktionen der Wunsch nach einer gemeinsamen “Basis” für die JF in Form eines eigenen Raumes mit vielfältigen Ausstattungsmerkmalen von vielen gewünscht wurde. Der vielfache Wunsch nach mehr personellen Ressourcen, sowie starker Unterstützung durch Wehrführung und Einsatzabteilung für eine optimale Jugendarbeit war dabei eher struktureller Natur und stand aus unserer Sicht nicht unbedingt mit der Pandemie im Zusammenhang. Übrigens: viele der genannten Veränderungen für die Zukunft konnten durch das später in diesem Text noch vorgestellte Förderprogramm “Digitalisierung” des Landes inzwischen realisiert werden. Ein Grund der Politik hier auch einmal “Danke” zu sagen!

Auf der Kreisebene haben wir uns jedoch nicht nur zur Zukunft, sondern auch über die Möglichkeiten der Übungsdienste in Distanz ausgetauscht. Hierzu haben wir mit der Kreisjugendfeuerwehr Wolfenbüttel eine gemeinsame Veranstaltung mit Marcel Kamphenkel und der niedersächsischen Landesjugendfeuerwehr organisiert. Hier wurde ein Ideenpool erstellt, in dem vom Konzept, über die benötigten Materialien, bis hin zur fertigen Lehreinheit für jede Altersgruppe in der Jugendfeuerwehr etwas dabei ist. Noch heute “folgen” und “liken” sich die teilnehmenden Jugendfeuerwehren gegenseitig auf den sozialen Medien, wenn sie Berichte und Bilder aus „ihrem“ Übungsdienst der Öffentlichkeit zeigen.

Im Sommer begann sich das Blatt zusehends zu wenden und Präsenzveranstaltungen rückten in greifbare Nähe. In den Sommerferien unternahmen bereits viele der Stormarner Jugendfeuerwehren Ausfahrten und Ferienaktionen und auch wir als Kreisjugendfeuerwehr begannen mit der Planung von Präsenzformaten.

Ein erster Einstieg bildete die Kreisjugendfeuerwehrversammlung im August, bei der sich die Delegierten in Tremsbüttel trafen und insgesamt sechs Positionen im Jugendausschuss unserer Kreisjugendfeuerwehr neu wählten. Auch auf die vergangene Zeit blickten wir zurück und konnten feststellen, dass es der Krise zum Trotz einen leichten Mitgliederzuwachs gegeben hatte. Es gab noch ein weiteres Highlight: Für seine herausragende und aufopferungsvolle Arbeit für die Jugendfeuerwehr wurde Timmy Schmidt, dem Jugendfeuerwehrwart aus Barsbüttel, die Leistungsspange in Gold verliehen.

Nur einen Tag nach der Versammlung gab es in Nütschau ein Wiedersehen der Stomarner Jugendfeuerwehren. Wir organisierten eine Rallye unter dem Motto „Der gemeinsame Weg zurück in die Präsenz“ bei der verschiedene Stationen absolviert wurden, die die aktuelle Lage aufgriffen: Es mussten beispielsweise bei der Station „Mit Abstand“, Stifte aus den bekannten 1,5 Meter Entfernung präzise auf einen Tisch geworfen werfen. Am Ziel stand ein, durch den KFV und den Förderverein der Stormarner Jugendfeuerwehren gesponserter Foodtruck bereit, wo alle schlemmen und Kontakte wieder aufleben lassen konnten.

Auch die Abnahme der Leistungsspange, der höchsten Auszeichnung in der Jugendfeuerwehr, konnten wir im September in Stapelfeld realisieren. An einem schönen Septembertag wurde die Auszeichnung an Jugendliche aus 13 Stormarner Gruppen verliehen, die bei Kugelstoßen, Staffellauf, Löschangriff, Schnelligkeitsübung und theoretischem Test ihr Können bewiesen hatten.

Eine Woche später fand ein Highlight der letzten zwei Jahre, der durch uns organisierte Aktionstag im Heide-Park, statt. Nach langer Pause konnte endlich wieder ein Großgruppenausflug stattfinden: Über 280 Teilnehmende aus 12 Jugendfeuerwehren nutzen das Angebot und verbachten einen spaßigen und vergünstigten Tag im Heide-Park. Unterstützt wurden wir von den Stiftungen der Sparkasse Holstein, die uns mit ihren Reisebussen bei der Hin- und Rückfahrt unterstützte.

Nach langer Pause konnten endlich auch die von uns in Kooperation mit den Ortswehren organisierten Technikseminare wieder aufgenommen werden. In Ahrensburg fand ein Seminar zum Thema Drehleiter statt, das sich reger Beteiligung erfreute. Teilnehmende aus dem ganzen Kreisgebiet lernten sich kennen und erfuhren viel zu Drehleitern und ihrer Verwendung. Natürlich durften auch alle einmal mit der Drehleiter den Ausblick über Ahrensburg genießen.

Nicht nur die Technikseminare, auch die Fortbildungsseminare für Jugendgruppenleiter*innen und Betreuer*innen konnten wir in der zweiten Hälfte des Jahres wieder in Präsenz aufnehmen. So konnten sich über 16 Jugendliche und 18 Betreuer*innen für ihre Aufgaben innerhalb der Jugendwehren weiterbilden und den gegenseitig in den Austausch treten.

Während die Jugendfeuerwehren intern die Abnahmen der Jugendflammen in den Stufen zwei und drei organisierten, beschäftigten wir uns auf Kreisebene mit dem Ausbau der Digitalisierung in den Jugendwehren. Auf der Landesebene wurde das Förderprogramm „Digitalisierung“ aufgelegt, an dem wir uns beteiligen konnten. Nach einem Austausch mit unseren Mitgliedswehren haben wir einen Pool von Leih-Koffern eingerichtet, die alles enthalten um einen Onlinedienst gestalten zu können: So sind Mikrofone, Stative, Videoleuchten und mehr enthalten, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Zum Endes des Jahres wurden die Tage schnell wieder dunkler und auch die Situation verschärfte leider sich erneut. Glücklicherweise bleiben uns (bis jetzt) mehr Möglichkeiten als im vergangenen Winter und wir können auf bereits Bewährtes zurückgreifen.

Wir haben viel gelernt in der vergangenen Zeit und konnten einiges auffangen. Viel Neues wurde erprobt, für gut befunden oder aussortiert. Mit gutem Rüstzeug, neuen Möglichkeiten und der Erkenntnis, dass es zusammen doch immer noch am schönsten ist, gehen wir hoffnungsvoll in das kommende Jahr.